Gold ist nie nur eine Farbe. Es ist Glanz und Gewicht, Verheissung und Oberfläche, Wärme und Wert. Gold zieht den Blick an – und stellt zugleich die Frage, worauf wir unseren Blick richten. In der Kunst vermag Blattgold Licht nicht einfach abzubilden, sondern es im Sehen zu verwandeln: Je nach Standpunkt, Raum und Augenblick erscheint es heller oder dunkler, kostbar oder verletzlich, nah oder entzogen. Auch Musik kennt solche Momente. Sie lässt sich nicht besitzen, und doch kann sie uns beschenken; sie vergeht im Erklingen, und bleibt dennoch in Erinnerung.
Unsere Saison GOLD! lädt dazu ein, diesem vielschichtigen Glanz nachzuspüren. Gold steht hier nicht für einen ungebrochenen Prunk und auch nicht nur für Transzendenz. Es kann wärmen und blenden, schmücken und verdecken, bewahren und verführen. Gerade darin liegt seine Kraft als Bild für Musik: Sie öffnet Räume, in denen das Irdische manchmal durchlässig wird, ohne sich ganz aufzulösen. Zwischen Golden Hour und Lux aeterna, zwischen festlichem Strahlen und stiller Sammlung, zwischen Gegenwart und Ewigkeit entsteht jene besondere Aufmerksamkeit, die ein Konzertabend schenken kann.
Zur Saisoneröffnung nimmt uns das Stegreif Orchester mit freeEroica mitten hinein in Beethovens revolutionäre Klangwelt. Ohne Dirigent, ohne Noten, in Bewegung und mit Lust am Risiko wird die «Eroica» nicht poliert, sondern neu befragt. Was der Tradition goldenen Glanz verleiht, ist hier nicht Patina, sondern Freiheit: die Möglichkeit, ein berühmtes Werk aus der Nähe zu hören, seine Risse, Energien und Widersprüche wahrzunehmen und seine Gegenwart neu zu erleben.
In den grossen geistlichen Werken der Saison erscheint Gold als Schwelle zwischen Klang und Sinn. Mozarts Requiem und Fazıl Says Mozart ve Mevlana weisen über das unmittelbar Greifbare hinaus und bleiben doch zutiefst menschlich: Musik von Trauer, Trost, Liebe und Mitgefühl. Wenn Fazıl Say Motive aus Mozarts Requiem mit der spirituellen Dichtung Rumis verbindet, entsteht kein entrücktes Jenseitsbild, sondern ein Raum zwischen Himmel und Erde – offen, fragend, berührbar.
Auch Händels Messiah führt uns in der Adventszeit in eine solche Spannung. «Gold, Weihrauch und Myrrhe» gehören zur Überlieferung der Weihnachtsgeschichte; doch der eigentliche Glanz dieses Abends liegt nicht im äusseren Prunk, sondern in der Energie gemeinsamer Stimmen. Wenn das «Halleluja» erklingt, wird Festlichkeit zu einer geteilten Erfahrung: leuchtend, erhebend, aber im Hier und Jetzt verankert.
Mit CELEBRATE! begrüsst die Bodensee-Philharmonie Konstanz das neue Jahr beschwingt, hellwach und voller Schwung. Zwischen Johann Strauss, Franz Lehárs Gold und Silber und Beethovens Tänzen darf Gold hier auch funkeln – als heitere Geste, als musikalisches Prickeln, als Einladung, dem neuen Jahr mit Zuversicht und wachem Sinn zu begegnen.
Ein anderer, besonders wichtiger Goldwert dieser Saison liegt im Wiederentdecken. Raphaela Gromes bringt mit FORTISSIMA! Werke von Komponistinnen nach Stein am Rhein und rückt Musik ins Licht, die viel zu lange im Schatten stand. Gold wird hier zur Frage der Anerkennung: Wer wird überliefert, wer übergangen, wem hören wir zu? Auch unsere Saisonkünstlerin Muriel Oberhofer lässt mit dem Kammerorchester des MCS romantische Juwelen erklingen – Musik von Bruch und Schumann, deren Schönheit nicht museal, sondern unmittelbar erfahrbar wird.
Im Frühjahr stehen zwei Beethoven-Abende im Zentrum. Mit Barbara Hannigan, die als Sopranistin und Dirigentin international Massstäbe setzt, bringt das Musikkollegium Winterthur ein Programm von Strawinskis Dumbarton Oaks über Brittens schillernde Les Illuminations bis zu Beethovens vierter Sinfonie nach Schaffhausen. Wenig später führen Marzena Diakun, Szymon Nehring und das Staatsorchester Rheinische Philharmonie zu Beethovens Eroica und zum Emperor Concerto – zu Musik also, in der Heroisches und Intimes, Macht und Verletzlichkeit untrennbar verbunden sind.
Mit dem Collegium Musicum Basel und Louis Schwizgebel erklingt in ETERNITY Mozart neben Bruckner: Leichtigkeit und Weite, klare Form und lange Atemzüge. Hier wird Zeit selbst kostbar – nicht als Besitz, sondern als gedehnte Gegenwart, als Hören auf etwas, das grösser ist als der einzelne Augenblick.
Zum Saisonabschluss hebt das Vokalensemble VOCES8 den Kirchenraum in eine andere Akustik. Acht Stimmen genügen, um zu zeigen, dass das Überirdische in der Musik nicht fern sein muss. Manchmal entsteht es gerade dort, wo Menschen gemeinsam atmen, hören und für einen Moment denselben Klangraum teilen.
Besuchen Sie unsere Konzerte, lösen Sie ein Abo und entdecken Sie mit uns eine Saison voller goldener Momente – strahlend und nachdenklich, festlich und beweglich, diesseitig und offen für das, was darüber hinausweist.
Wir laden Sie ein, das Wochenende mit einem Schaffhausen-Klassik-Konzert zu beginnen und zu feiern: Fantastische Solistinnen und Solisten bringen uns ins Staunen, sinfonische Klangkörper nehmen uns mit auf entrückende Klangreisen, kleinere Ensembles, Sängerinnen und Sänger schenken uns intime Momente der Ruhe und des Ankommens.
Stellen Sie sich vor: Es ist Sonntagmorgen und vor Ihnen liegt ein freier Tag, ohne Verpflichtungen und ohne Pläne. Sie können im Bett bleiben, genüsslich frühstücken, Skirennen im Fernsehen schauen – oder aber Sie machen sich auf den Weg in die Rathauslaube.
Dort stehen auserlesene Kammermusik-Ensembles auf der Bühne, die jeweils zu einem kurzweiligen, einstündigen Konzert laden. Wir bieten Ihnen diese Konzerte auf Kollekte an, der Eintritt ist also für alle Besucherinnen und Besucher frei und spontan möglich. Die Kollekte ist jedoch willkommen und hilft, auch zukünftig solche Matineen anzubieten.
Im Young Musicians-Konzert bieten wir der nächsten Generation eine Auftrittsmöglichkeit. Wir freuen uns, Ihnen hochtalentierte Studierende und junge Musikerinnen und Musiker vorzustellen, die ihre musikalischen Karrieren noch entwickeln werden.
Mit Musik Menschen berühren und stärken zu wollen, das ist unser Ziel. Wir wollen Ihnen einen vertiefteren Zugang zur klassischen Musik ermöglichen und ergänzen deshalb mit der Reihe Schaffhausen Klassik Special unser Konzertangebot mit einigen Besonderheiten.
Die lebendige Begegnung und das Näherbringen von Musik, Ausführenden und Publikum ist uns wichtig. Bei den Schulklassen- und Familienkonzerten bedeutet das, dass sich auch die Kinder und Jugendlichen aller Altersstufen vertieft mit den Werken beschäftigen und sich im Konzert aktiv beteiligen können.
Einmal pro Saison veranstalten wir zudem ein moderiertes Extrakonzert. Die Konzertmoderation gibt Ihnen Einblick in die Interpretationsweisen und Meinungen von Dirigentinnen und Dirigenten, Solistinnen und Solisten und vermittelt Wissen zu den gespielten Werken.
Wir legen Wert auf die altersgerechte Vermittlung von musikalischen Inhalten an Kinder und Jugendliche und auf die Vernetzung mit anderen Kulturinstitutionen in Stadt und Kanton Schaffhausen. Das Ziel ist die enge Zusammenarbeit mit Schulen. Grundsätzlich soll jede Schülerin und jeder Schüler einmal pro Schulstufe die Möglichkeit haben, an einem Musikprojekt teilzunehmen.

Stadttheater
Schaffhausen
Herrenacker 22/23
8200 Schaffhausen
Tel.: +41 52 625 05 55
stadttheater@stsh.ch
www.stadttheater-sh.ch
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
16.00 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 12.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Vordergasse 73, 8200 Schaffhausen
Tel.: +41 52 632 40 20
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www.schaffhauserland.ch
Öffnungszeiten
Montag 13.30 – 17.00 Uhr
Dienstag bis Freitag 10.00 – 17.00 Uhr
Samstag 10.00 – 14.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Öffnung jeweils 45 Min. vor Konzertbeginn

Musik-Collegium Schaffhausen
Zum Grossen Haus
Mühlentalsträsschen 53
8200 Schaffhausen
Telefon: +41 52 533 08 12
info@schaffhausen-klassik.ch
www.schaffhausen-klassik.ch
Stadttheater Schaffhausen
Herrenacker 23, 8200 Schaffhausen
Tel.: + 41 52 625 05 55
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16.00–18.00 Uhr
Samstag 10.00–12.00 Uhr
Schaffhauserland Tourismus
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