Was hat Ihre Begeisterung für die klassische Musik und das Klavier geweckt?
Ich bin in einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen. Meine Eltern, die bildende Künstler sind, liebten klassische Musik und wir hörten sie oft. Als ich sechs Jahre alt war, hörte ich einen Freund von mir auf einer Geburtstagsparty Beethovens «Für Elise» spielen. Das motivierte mich dazu, Klavierstunden zu nehmen.
Haben Sie eine/n Lieblingskomponistin/en, ist es Beethoven geblieben?
Er gehört immer noch zu meinen Favoriten, aber wenn ich mich wirklich für einen entscheiden müsste, wäre es wohl Schubert. Zu ihm spüre ich die stärkste Verbindung und seine Musik berührt mich am meisten. Es gibt Komponisten, deren Musik ich zwar sehr gerne höre, zu deren Werken ich aber beim Spielen keine so grosse Verbundenheit fühle, oder umgekehrt. Bei Schubert liebe ich beides: Ich könnte seine Musik jeden Tag hören und das Spielen fühlt sich sehr natürlich an. Schubert gelingt es, subtile Emotionen einzufangen und einen musikalischen Ausdruck zu finden, wo Worte versagen.
Was lieben Sie an Ihrem Beruf als Pianisten?
Mir gefallen so ziemlich alle Aspekte am Leben als Konzertpianist, sogar das Reisen. Ich liebe es, neue Ort zu erkunden, Bekanntschaften zu machen und auf der Bühne aufzutreten. Natürlich gibt es stressige Phasen, wo der Druck gross ist. Man muss sich stets aus seiner Komfortzone herauswagen, da es keine Routine gibt, und das entspricht mir.
Sie durften als Pianist schon sehr viele Erfolge feiern. Gibt es etwas, das Sie noch erreichen möchten?
Seit ein paar Jahren lerne ich Dirigieren. Das ist ein grosses Unterfangen: Es braucht viele Jahre Übung, um Dirigent zu werden. Ausserdem unterrichte ich. Es ist ein wichtiger Teil meiner Entwicklung als Musiker, Wissen an jüngere Schülerinnen und Schüler weiterzugeben und mich mit dem Dirigieren und neuem Repertoire zu befassen. Wir Pianisten neigen dazu, uns etwas zu sehr auf die Tastatur zu konzentrieren, obwohl wir ein Instrument spielen, das eigentlich sehr orchestral ist.
Wie sieht ein erfüllender Tag für Sie aus?
Ich bin von Natur aus eher ein Spätaufsteher. Es ist für mich sehr aufregend, wenn ich auf Reisen bin und wegen des Jetlags schon um 5 Uhr morgens aufwache. Gefühlt habe ich dann mein ganzes Tageswerk schon hinter mir, wenn ich normalerweise erst aufwache. An meinem perfekten Tag schaffe ich es also, früh aufzustehen und viel zu erledigen.
Was macht Ihnen Freude, wenn Sie nicht Klavier spielen?
Ich spiele gerne Tennis und Schach und treffe mich mit Freunden. Und ich führe gerne Zaubertricks vor!
Das Interview führte Amy Douglas


