Kammerorchester I Tempi

FR. 17. MÄR 2023
19.30 Uhr

St. Johann
Schaffhausen

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PREISE CHF: 80|70|45|30
Freier Eintritt für Schüler*innen, Auszubildende und Studierende bis 25 Jahre (Ausgenommen Plätze in der 1. Kategorie: Vorverkauf CHF 10).

 

KAMMERORCHESTER I TEMPI

Simon Höfele, Trompete
Gevorg Gharabekyan, Leitung

Programm

György Ligeti (1923–2006)

«Ramifications» (Verästelung) für 12 Streicher

Helena Winkelman (*1974)

«Icaros», Konzert für Trompete und Streicher, Uraufführung

Arvo Pärt (*1935)

«Mein Weg» für 14 Streicher und Schlagzeug

Komitas Vardapet (1869–1935) / Sarkis Aslamazyan (1897–1978)

Armenische Volkstänze

Béla Bartók (1881–1945)

Rumänische Volkstänze

Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Von Bildern fliehender Menschenströme überflutet, fragen wir uns zu selten, was Emigration für den Einzelnen bedeutet.
Im Programm «Flucht in die Freiheit» stehen Werke von Komponisten im Zentrum, die mit dem Thema Flucht und Vertreibung persönlich in Berührung gekommen sind: György Ligeti befand sich, als die kommunistische Partei die Kommunikation zwischen Ungarn und dem Westen einschränkte, laut eigener Aussage in «einer Kultur des ‹geschlossenen Zimmers›, in der sich die Mehrheit der Künstler für die ‹innere Emigration› entschied […]». Komitas Vardapet, der Begründer der modernen klassischen Musik in Armenien, erlebte den Tod und die Vertreibung von unzähligen Armenierinnen und Armeniern im osmanischen Reich unmittelbar und entkam selbst nur knapp dem Tod. Im Pariser Exil verstarb er dann in der Psychiatrie. Arvo Pärt verliess sein Heimatland Estland auf Druck der Sowjetregierung.
Béla Bartók sagte über seine Flucht vor den Nazis nach Amerika: «[…] ein Sprung ins Ungewisse aus dem gewussten Unerträglichen! Weiss Gott, wie und wie lange ich dort draussen arbeiten kann.» Die Schweizer Komponistin Helena Winkelman schlägt mit ihrer Komposition schliesslich einen Bogen zum Thema über die Vertonung der Fluchtgeschichte von Daedalus und Ikarus. So lädt das Konzert dazu ein, den Verästelungen dieser Gefühlswelten zwischen Verzweiflung, Verlust, Schmerz, Hoffnung, Heimweh, Neugierde und Identitätssuche nachzuspüren.

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